Caroline von Kretschmann: Menschlichkeit macht den Unterschied
Was macht gute Führung aus? Und warum gewinnt das Menschliche gerade in einer digitalen Welt an Bedeutung?
Beim Work Culture Festival 2026 im Rahmen der ORGATEC in Köln gab Dr. Caroline von Kretschmann Einblicke in ihre Führungspraxis. Im Gespräch mit Gesine Braun, Chefredakteurin des Harvard Business managers, zeigte die Geschäftsführerin des Europäischen Hofs Heidelberg, wie Gastfreundschaft zur Grundlage einer Unternehmenskultur wird.
Führung und Unternehmenskultur: Der Mensch im Mittelpunkt
Ihre Mission ist klar: einen Ort schaffen, an dem Menschen glücklich sind – die Kolleginnen und Kollegen ebenso wie die Gäste. Beides gehört für sie untrennbar zusammen. Denn ein besonderes Gästeerlebnis entsteht durch Menschen, die selbst Wertschätzung erfahren, gute Rahmenbedingungen vorfinden und lieben, was sie tun. Service Exzellenz lässt sich deshalb auch nicht allein über standardisierte Prozesse herstellen. Sie ist eine Haltung, die im täglichen Miteinander wächst.
«Wir wollen Menschen entwickeln.»
Dieses Verständnis prägt ihre Vorstellung von Führung. Autorität braucht keine Lautstärke, und Humor steht ihr keineswegs im Weg. Dass Caroline von Kretschmann von Kolleginnen und Kollegen statt von Mitarbeitenden spricht, passt zu ihrem Anspruch: Menschen entwickeln, Vertrauen stärken und Verantwortung gemeinsam tragen. Wie ernst ein Unternehmen seine Werte nimmt, zeigt sich dabei gerade in schwierigen Momenten. Auch die Art, wie man sich von Menschen trennt, sagt viel über die Unternehmenskultur aus.
Digitalisierung in der Hotellerie: Mehr Zeit für echte Begegnungen
Als Vertreterin der vierten Generation gestaltet sie das Familienunternehmen mit einem eigenen Schwerpunkt weiter. Während frühere Generationen das Hotel modernisierten und vergrösserten, richtet sie ihren Blick besonders auf zeitgemässe Führungsstrukturen und die Entwicklung der Menschen im Haus. Ihre Überzeugung: „Nach aussen kann ein Unternehmen nur glaubwürdig vermitteln, was es im Inneren tatsächlich lebt.“
Auch Digitalisierung hat darin ihren Platz. Im Hotel werden Prozesse automatisiert, um mehr Zeit für persönliche Begegnungen zu schaffen. Denn je digitaler die Welt wird, desto wertvoller werden jene Fähigkeiten, die sich nicht digitalisieren lassen: zuhören, Vertrauen aufbauen, Bedürfnisse erkennen und Beziehungen gestalten.
Wie gut sich Persönlichkeit auch digital vermitteln lässt, zeigt ihr Engagement auf Social Media. Was während der Coronazeit gemeinsam mit Auszubildenden begann, hat insbesondere auf TikTok Bekanntheit geschaffen und zahlreiche Bewerbungen angestossen. Einen Fachkräftemangel gibt es im Europäischen Hof Heidelberg also nicht. Gelebte Kultur wird sichtbar – und spricht Menschen an, die Teil davon werden möchten.
«Man muss schon lieben, was man tut.»
Caroline von Kretschmann machte in Köln greifbar, wie sich unternehmerische Weiterentwicklung und menschliche Nähe verbinden lassen. Ihr Beispiel reicht weit über die Hotellerie hinaus: Wer Menschen begeistern möchte, beginnt bei denen, die jeden Tag dafür sorgen. Bei den Kolleginnen und Kollegen, ihrem Vertrauen und der Freude an der gemeinsamen Arbeit.
Wie unmittelbar diese Haltung Menschen erreicht, zeigte sich direkt im Anschluss an den Talk: Ein junger Mann stellte sich Caroline von Kretschmann vor, weil er in ihrem Hotel arbeiten möchte. Eine schöne Begegnung, die deutlich machte, wie gelebte Unternehmenskultur über das eigene Haus hinaus Menschen begeistern und den Wunsch wecken kann, Teil des Teams zu werden.
Sie möchten mehr über die Führungspraxis von Dr. Caroline von Kretschmann erfahren oder sie direkt für einen Talk buchen? Kontaktieren Sie uns: +49 (0)30 640 777 42 oder [email protected]