Alexander Krichel - Keynotes zu KI & Mensch aus der Sicht eines Kreativen
Gastbeitrag von Alexander Krichel:
Der „Future of Jobs Report“ des World Economic Forum nennt neben KI-Kompetenz kreatives Denken, Resilienz, Flexibilität, analytisches Denken und lebenslanges Lernen als zentrale Zukunftsfähigkeiten – alles Dinge, die meinen Beruf definieren. Deloitte sieht den menschlichen Vorsprung zunehmend in Kreativität, Anpassungsfähigkeit und Urteilskraft, während Technologie immer verfügbarer und kopierbarer wird.
Genau hier könnte meine Brücke liegen: nicht die Technik hinter KI zu erklären, sondern hörbar zu machen, was menschliche Interpretation, Präsenz und Wirkung auszeichnet, wenn immer mehr technisch erzeugt werden kann.
Mögliche Inhalte meiner Keynote zu KI & Mensch
1. Wenn alles erzeugbar wird. Warum Urteilskraft, Kreativität und Resonanz im Zeitalter der KI entscheiden
KI kann Noten, Texte, Bilder und Lösungen erzeugen. Aber ein korrektes Ergebnis ist noch keine Interpretation – und noch keine Wirkung. Am Flügel lässt sich das unmittelbar erleben: etwa indem ich ein KI-generiertes Motiv weiterentwickle oder dieselbe Passage vollkommen unterschiedlich interpretiere. Bei einem KI-Musikexperiment in der Elbphilharmonie habe ich die KI-Komposition übrigens nach etwa zehn Sekunden erkannt – kein wissenschaftlicher Beweis, but a fairly good icebreaker.
Es geht nicht um „Mensch gut, KI schlecht“, sondern um eine Verschiebung des menschlichen Wertes hin zu Auswahl, Einordnung, Haltung, Verantwortung und Beziehung zum Gegenüber. Damit ließe sich das Thema glaubwürdig an KI, Future of Work, Innovation und Transformation anbinden, ohne mich zum technischen KI-Experten zu erklären.
2. Der Auftrag bleibt. Aber das Format muss sich ändern. Wie kreative Handlungsfähigkeit unter Druck entsteht
Als während Corona keine Konzerte mehr möglich waren, habe ich nicht versucht, den Konzertsaal zu simulieren, sondern mich gefragt: Was ist eigentlich mein Auftrag? Die Antwort war nicht „in einem Konzertsaal spielen“, sondern Menschen mit Musik erreichen.
Daraus entstanden das weltweit erste Klassikkonzert in einem Autokino und später mein tägliches, leicht skurriles Live-Videotagebuch aus der Hotelquarantäne in Hongkong. Die zentrale Idee: In Krisen muss man zwischen Zweck und gewohntem Format unterscheiden. Der Auftrag bleibt – die Form darf und muss sich verändern.
3. Als Solist im System. Wie man Menschen ohne formale Macht gewinnt
Als Solist komme ich in ein bestehendes Profi-Orchester, habe wenige Proben und trage dennoch große Verantwortung für das gemeinsame Ergebnis. Ich muss schnell Vertrauen aufbauen, klare Impulse geben, zuhören und mich in ein vorhandenes System integrieren, ohne meine künstlerische Integrität aufzugeben.
Manchmal muss ich dabei – teilweise seiner nicht vorhandenen technischen Kompetenz geschuldet, do not cite me – an einem renommierten Dirigenten vorbei mit Orchestermusikern kommunizieren, ohne ihn als formalen Chef zu untergraben. Funktionalität im System versus (Qualitäts-)Integrität. Das ist erstaunlich nah an Projektarbeit, Matrixorganisationen und moderner Führung ohne Weisungsbefugnis.
4. Resonanz statt Reichweite. Wie man Komplexität vermittelt, ohne sie banal zu machen
Hier hatten wir zwei ja das Wort Niedrigschwelligkeit benutzt, was wir beide nicht gut fanden, aber im Prinzip geht es darum, genau das unattraktive aus dem Wort zu adressieren. Bei einem komplexen Ravel-Programm muss ich Menschen erreichen, die keine Klassikexperten sind. Dabei darf ich das Publikum weder unterschätzen noch mit meinem Fachwissen alleinlassen.
Genau diese Balance – Komplexität verständlich zu machen, ohne sie zu trivialisieren und ohne die Inhalte zu kompromittieren – lässt sich auf Führungskommunikation, Präsentationen, Change und erklärungsbedürftige Produkte übertragen.
Pianist & Keynote Speaker
Wenn man schon einen Pianisten als Speaker bucht, sollte der auch in irgendeiner Form Klavier spielen. Dadurch kann so etwas wie ein Live-Labor entstehen. Interpretation, Timing, Führung, Vertrauen und Wirkung werden nicht nur beschrieben, sondern im Raum unmittelbar erlebbar, egal, um welchen Schwerpunkt oder welches Thema es schlussendlich geht.
Wenn Sie einen Redner suchen, der eine andere Perspektive auf aktuelle Themen liefert, aus der Sichtweise eines kreativen Künstlers, dann ist Alexander Krichel die optimale Besetzung. Kontaktieren Sie gerne unser Team: +49 (0)30 640 777 42 oder [email protected]